Krabat und der Tiger von Sabrodt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kiefern, Wölfe, Sand und Zauberei: Das ist für mich die Lausitz, und ein ordentliches Stück Lausitz kann man sich auf der folgenden Wanderung von Schwarzkollm nach Hoyerswerda besehen. Das sind 11,5 km (plus Mühlen- und Museumsbesuch) auf einer flachen Strecke: Der Höhenunterschied beträgt nur 25 m. 

Im Dorf Schwarzkollm stehen und sitzen lauter metallene, plastene und irdene Raben. In Gärten, auf Hoftoren und auf Findlingen am Straßenrand – Raben überall. Was das wohl bedeuten mag?! Als erstes haben mich die Raben zum lauschigen Pfarrteich am Ortsrand geführt.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurz darauf wiesen mir drei weitere Raben den Weg zur Krabat-Mühle. (Werbung in diesem Beitrag ist unbezahlt.) In dieser Gegend spielen nämlich die Krabat-Sagen, die mehrmals verfilmt und literarisch adaptiert worden sind. Die Mühle des Schwarzen Müllers ist Teil eines kleinen Freilichtmuseums mit Gaststätte, Softeis-Verkauf und Kulturveranstaltungen. Hier steht gerade eine Leinwand für abendliche Filmvorführungen. Alles recht touristisch, aber schon gut gemacht. Für Handwerker auf der Walz gibt es eine kleine Herberge auf dem Museumsgelände.  


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Kiefernforst auf dem nächsten Foto gehört zum Koselbruch, der gleich den Raben aus dem Krabatstoff bekannt ist. Bald schon hatte ich auf dem sandigen Waldweg das Nachbardorf Bröthen erreicht. Der weitere Weg in die Altstadt von Hoyerswerda zieht sich etwas, aber unterwegs bin ich dem Adriatico-Zug begegnet, einer neuen Intercity-Verbindung der polnischen Bahn.



 


 

 



 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Marktplatz von Hoyerswerda steht die Nachbildung einer kursächsischen Postmeilensäule, eines Wegweisers aus dem 18. Jh. Das Original ist im Eingangsbereich des Stadtmuseums im Schloss Hoyerswerda untergebracht. Eine Besonderheit dieser Postmeilensäule ist, dass auf ihr das kursächsische und das polnisch-litauische Wappen abgebildet ist. August der Starke, der diese Säulen aufstellen ließ, war nämlich Häuptling nicht nur von Sachsen, sondern zeitweilig auch von Polen-Litauen.


 

 

 

 

 

 

 

 

Das Stadtmuseum im Schloss habe ich besucht, um den Tiger von Sabrodt zu besuchen. Dieser Tiger ist ein Wolf, und zwar der 1904 bei Sabrodt in der Nähe von Hoyerswerda erschossene letzte deutsche Wolf vor der Rückkehr der Wölfe in den 2000ern. Weil die Lausitzer um 1900 keine Wölfe mehr gewohnt waren, dachten sie erst, da sei eine Großkatze aus einem Zirkus entwichen und schnabuliere sich nun durch die Lausitzer Wälder. Die Metalband Powerwolf hat dem Tigerwolf ein Lied gewidmet.



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Danach Abmarsch zum leider nicht vorzeigbaren Bahnhof Hoyerswerda.

Weiterführende Links:

Die Sächsische Landesbibliothek stellt das reich bebilderte historische Buch "Die kursächsischen Postmeilensäulen Augusts des Starken" online zur Verfügung. 

Über Wölfe in Sachsen informiert der NABU

Und hier die früheste bekannte deutschsprachige gedruckte Krabat-Sage: "Von einem bösen Herrn in Groß-Särchen". Der hier noch unbenamste böse Herr wird später Krabat heißen. Böse ist er anscheinend nur deshalb, weil er durch die Luft nach Dresden fliegt und Soldaten aus Haferkörnern zaubert. Ansonsten stellt er nichts an.

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