Südthüringen wird unterschätzt, sogar von Thüringern. In Breitungen etwa, Ersterwähnung 933, gibt es Seen, Wälder und besondere Architekturen zu sehen - und ein Straßenschild, das ich gerne fotografieren wollte. All das auf einer etwas über 6 km langen Runde.
Als Erstes bin ich vom Bahnhof aus zu den beiden südlichen Breitunger Seen marschiert. Von dort aus sind bereits die romanische Basilika und die barocke Michaelskirche zu sehen. Im Sommer wachsen auf diesen Seen Seerosen, aber der Spätwinter hat auch was, finde ich.
Gleich nach meiner Ankunft im Ort sah ich mich umgeben von Fachwerk und weiterer schöner Architektur. Ich beschränke mich darauf, einen Teil des Marktensembles mit dem Forstamt und der Marienkirche sowie eine Garage mit Sinnspruch und rhönischen Mariendisteln zu zeigen.
Oberhalb der Werra warten neben der Michaelskirche eine Ausflügler-Futterkrippe und der Blick zum Pleßberg mit Aussichtsturm. Früher gehörte der Pleß zur ersten Reihe der Flugabwehr des Warschauer Paktes. Die Wasserkuppe, 35 km Luftlinie südwestlich, gehörte zur ersten Reihe der Flugabwehr der NATO.
Ein paar Meter weiter stehen das Renaissance-Schloss und die romanische Basilika, geweiht 1112 als Klosterkirche. Das Aktivmuseum "Ländliches Brauchtum" im Schloss und die Basilika sind von Mai bis Oktober geöffnet. Im Frühjahr möchte ich deshalb Breitungen noch einmal besuchen, um auch das Innere der Basilika zu besichtigen. Und zur Romanik gehören für mich sowieso Apfelblüten.
Auf einer Wiese gegenüber Schloss und Basilika stehen Skulpturen jüngeren Datums. Nachfolgend die Skulptur "Sonnenlauf" (2017) von Robert Rost. Apropos Kunst, die Basilika befindet sich an der Tamara-Danz-Straße. Tamara Danz, die Sängerin von Silly, bekannt etwa für das Lied Bataillon d'amour, stammte aus der Siedlung Winne bei Breitungen. Für Fachwerk und Romanik bin ich immer zu haben, aber mindestens genauso hat mich dieses Straßenschild dazu motiviert, nach Breitungen zu reisen.
Ab hier geht's wieder bergab, sodann über die Werra und in die Rathausstraße. Das Rathaus von 1926 gefällt mir ausgesprochen gut, weil ich finde, dass es sich prima ins Ortsbild und in die Landschaft einfügt. Der Turm des Rathauses zitiert, so nehme ich an, den Turm der Basilika, der Giebel den des Schlosses und die Fensterladenfenster verweisen vielleicht auf die des Forstamtes.
Auf dem Weg zurück zum Bahnhof kann man noch ein paar Meter auf dem Jakobsweg gehen. Der war mir nur gerade zu schlammig, deshalb kein Foto vom Jakobsweg.
Viele weitere schöne Ausflugsziele mit Aussichtspunkten kann man sich in der sehr gut gemachten Wanderführer-Reihe "Südthüringens schönste Aussichten" aussuchen. (Werbung in diesem Beitrag ist unbezahlt.)
Und so sieht Breitungen bei Sonnenschein im Frühjahr aus: Link.

Kommentare
Kommentar veröffentlichen